Tumasch Dolf wurde am 31. Juli 1889 als Sohn des Benedetg und der Mengia geb. Michael in Mathon geboren. Er besuchte die Schulen in Mathon und Zillis sowie das Lehrerseminar in Chur. Danach war er bis zu seiner Pensionierung im Schuldienst im Schams (Donath, Zillis) und in Tamins. Daneben studierte er am Zürcher Konservatorium Musik, Geschichte und deutsche Literatur; das Studium schloss er mit einem Schulmusikdiplom ab.

Als Musiker war Dolf ausnehmend vielseitig: Er dirigierte Chöre, komponierte Lieder und Singspiele und betätigte sich als Sammler von Volksliedern. Aus seinem Schaffen ragen die Singspiele "La stiva da filar" und "Ad acla" sowie die Lieder  "La notg ei vargada" und "Allas steilas" heraus.

Dolf war auch Sammler von volkskundlichem Material wie Sagen, Märchen und Texten zum Brauchtum, die er für die Rätoromanische Chrestomathie von Caspar Decurtins zusammentrug. Dazu schrieb er Kurzgeschichten, als erster überhaupt im sutselvischen Idiom. Weiter wirkte er als Redaktor einer Jugendzeitschrift. Massgebend beteiligt war Dolf bei der Gründung der Uniun Rumantscha da Schons; auch war er zeitweise für die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde tätig.

Tumasch Dolf war mit Berta, geb. Plattner aus Langenbruck/BL, verheiratet. Die Gattin verstarb früh, ebenso eine Tochter. Sein Sohn Benedetg war Musiker und Komponist und hat einen reichen Fundus an Kompositionen hinterlassen, namentlich Vokalwerke. Tumasch Dolf verstarb am 3. Oktober 1963 in Thusis.